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Hebräisch

Ähnlich wie Latein oder Altgriechisch wird Hebräisch als »tote« Sprache bezeichnet, die jüdische Gelehrten oder bestimmte Religions- und Sprachwissenschaftler beherrschen. Daneben gibt es aber noch eine lebendige Sprache, das moderne Hebräisch, das Ivrit genannt wird. Im Hebräischen selbst bedeutet Ivrit Hebräisch, das heißt, altes und modernes, gesprochenes, Hebräisch wird nicht unterschiedlich benannt.

Althebräisch hat sich ungefähr im 2. Jahrhundert von einer gesprochenen Alltagssprache zu einer Sakralsprache entwickelt, also einer Sprache, die dazu dient die religiöse Überlieferung und Rituale zu verstehen. Im 19. Jahrhundert bemühte sich der Schriftsteller Eliezer Ben-Jehuda darum, die hebräische Sprache wieder zu beleben und verfasste ein modernes hebräisches Wörterbuch, das dann die Grundlage für modernes Ivrit wurde.

Eine Sprache, die dazu dient, religiöse Dinge zu beschreiben und an schriftliche antike Quellen gebunden ist, hat für Vieles, das man im Alltag in Begriffe fassen möchte, keine Worte. Für das moderne Ivrit wurden neue Worte entwickelt, die es im Althebräischen nicht gab. Aber sonst orientiert sich modernes Hebräisch, also Ivrit, sehr stark am Althebräischen und wird heute in Israel gesprochen und ist dort - neben Arabisch - die Amtssprache.

Im Hebräischen werden Konsonanten geschrieben, die Vokale, die beim Lesen eines Wortes ausgesprochen werden müssen, können mit Vokalzeichen hinzugefügt werden. Hebräisch wird von rechts nach links gelesen und geschrieben. Das heißt, dass hebräische Bücher auch in einer anderen Reihenfolge umgeblättert werden als z. B. Bücher in deutscher Sprache.

Hebräische Buchstaben
Hebräische Buchstaben: Schreibweise, Name und Laut
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Ausschnitt aus dem Arbeitsbogen »Joffi heißt super!« des Jüdischen Museums Berlin

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Grafik: Figur mit einem Würfel mit Schriftzeichen

Joffi heißt super! Hebräisch-Schnupperkurs

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Hofjuden

Hofjuden, auch Hoffaktoren genannt, dienten den Herrschenden im 16. und 17. Jahrhundert als Berater und als Dienstleister in Geld- und in Handelsfragen. Sie finanzierten Vorhaben der Herrschenden mit Geld, das sie durch ihre Geschäfte, z.B. Handel, erwirtschaftet hatten.

Damit verbesserten sie umgekehrt auch ihre politischen Verbindungen, was für ihre Handelstätigkeit nützlich sein konnte. Hofjuden waren umgekehrt aber auch von dem Wohlwollen und der Machtposition der jeweiligen Herrscherhäuser abhängig.

Hoffaktoren finanzierten auch die zum Teil verarmten oder verschuldeten Adelshäuser. Sie waren in ihrer rechtlichen Stellung begünstigt im Gegensatz zu der jüdischen Bevölkerung, die auf dem Land oder am Rand von Städten lebte. Den in vielen Ländern des deutschen Reiches waren die rechtlichen Möglichkeiten für Juden, sich in Städten niederzulassen, beschränkt.

Kupferstich mit Porträt Joseph Oppenheimer und trauernde Frau, im Hintergrund der eiserne Galgen mit Käfig
Kupferstich von 1738 mit dem Porträt des württembergischen Finanzministers Joseph Süß Oppenheimer, eines berühmten Hoffaktors, der - in Ungnade gefallen - zum Tod am Galgen bestraft wurde (den man im Hintergrund sieht)

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Gemälde: Mann und Frau in altertümlicher Kleidung

Online-Spiel: Das Leben eines Hofjuden

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Holocaust

Der Begriff Holocaust stammt aus dem Griechischen, wo er »vollständig Verbranntes« bedeutet. Er beschreibt ursprünglich das rituelle Opfer von Tieren durch Verbrennen. Später wurde er auch für den Feuertod von Menschen verwendet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff ein Synonym für Verbrechen gegen Volksgruppen und Völkermord, und zwar zuerst im Zusammenhang mit dem Mord an der armenischen Bevölkerung des Osmanischen Reichs während des Ersten Weltkrieges.

Durch die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Deutschen Reich 1933-1945 und die systematische Vernichtung der europäischen Juden, die von Deutschland ausging, wurde der Begriff »Holocaust« seit Mitte der 1940er Jahre besonders im englischsprachigen Raum als Sammelbezeichnung für die Verbrechen an den europäischen Juden während des Zweiten Weltkrieges verwendet.

In Westdeutschland wird der Begriff erst seit Ende der 1970er Jahre für die Judenvernichtung verwendet. Eine amerikanische Fernsehserie mit diesem Titel erzählte das Schicksal einer jüdischen Familie in Deutschland und löste in der westdeutschen Bevölkerung eine Beschäftigung mit dem Thema aus.

Die Bezeichnung »Holocaust« für die Ermordung von 6 Millionen Juden in Europa ist aber auch umstritten, da die Dimension des Verbrechens durch die Verwendung dieses Fremdwortes möglicherweise verschleiert wird. Die Ermordung der europäischen Juden wird auch hebräisch als Schoa bezeichnet, der usprünglich biblische Ausdruck für Zerstörung, Unheil, große Katastrophe.

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Foto einer Ausstellungstafel mit der Aufschrift: »Juden werden hier nicht bedient«

Führung zur Frage, wie deutsche Juden auf den Nationalsozialismus reagierten

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Dokumente in einem Ordner

Unterrichtsmaterial: Quellen und Materialien zum Nationalsozialismus

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