statisches Bild der interaktiven Figur »Changeling«
Schülerinnen vor Bücherregalen untersuchen Objekt (Saxophon)
Archivworkshop im Jüdischen Museum Berlin
© Jüdisches Museum Berlin, Ingo Drumm/ Nadja Rentzsch

Im Archiv mit Zeitzeugen

An einem Projekttag im Jüdischen Museum Berlin selbst forschen!

Das Archiv bewahrt einzigartige Familiensammlungen, die nicht nur in den Ausstellungen zu sehen sind, sondern auch für Forschung und Bildungsarbeit genutzt werden. Urkunden, Briefe, Tagebücher und Fotografien aus Alltag und Beruf geben unbekannte Einblicke in das Leben und Schicksal deutscher Juden.

Die Zeitzeugen mit den von ihnen gestifteten Objekten stehen im Mittelpunkt der Archivworkshops. Zu Beginn erarbeiten sich die Jugendlichen anhand von Originaldokumenten verschiedene Themen zur Biografie des Stifters. Mitarbeiter des Archivs begleiten die Quellenarbeit und zeigen den professionellen Umgang mit Archivalien.

Im zweiten Teil des Workshops findet die Begegnung mit den Stiftern statt. Das persönliche Gespräch mit den Menschen, die die Geschichte(n) selbst erlebt haben und von ihren Erfahrungen berichten, gibt Raum und Zeit zum Nachfragen.

Aktuelle Termine

Im Zeitraum September bis November 2015 reisen Zeitzeugen u.a. aus den USA, England und der Schweiz an.

Wir erwarten Rudi Leavor, der 1926 als Rudolf Librowicz in Berlin geboren wurde und dort bis November 1937 eine Volksschule besuchte. 1936 wurden seine Eltern von der Gestapo verhaftet. Dieses traumatische Erlebnis war Anlass für die Familie eine Auswanderung nach England vorzubereiten, die am 10. November 1937 gelang. Familie Librowicz konnte einiges aus ihrem Berliner Haushalt ins Exil mitnehmen, darunter eine Tora-Rolle aus Familienbesitz aus dem Jahr 1903.

In England sprach die Familie in der Öffentlichkeit Englisch und zu Hause Deutsch. Rudis Vater konnte 1938 eine Zahnarztpraxis in Bradford eröffnen, auch Rudi wurde später Zahnarzt. Rudi Leavor änderte  seinen Nachnamen 1958 von Librowicz zu Leavor. Er lebt heute noch in Bradford, dort ist er als Kantor in einer Reform-Synagoge tätig und komponiert Musik.

Der Workshop wird gefördert von der Stiftung »Erinnerung - Verantwortung - Zukunft«.

Für alle, die mehr über das Archiv des Jüdischen Museums Berlin erfahren möchten: Im Website-Bereich »Museum vor Ort« wird das Archiv des Jüdischen Museums Berlin ausführlich vorgestellt.

Wann

September bis November 2015

Wo

Akademie des Jüdischen Museums Berlin

Klassenstufe

9. bis 13. Klasse

Schultyp

alle Schultypen

Teilnehmerzahl

10 bis 20 Personen

Dauer

5 Stunden (mit Pause)

Preis

70 Euro (inkl. Eintritt)

Kontakt

Fabian Schnedler
Tel.: +49 (0)30 259 93 430
Fax: +49 (0)30 259 93 412
E-Mail: f.schnedler[at]jmberlin.de

Für die Vorbereitung des Workshops ist ein Vorgespräch mit dem Leiter/der Leiterin der Gruppe erforderlich.

Foto: Mann mit Torarolle im Arm, die mit Toraschild, Toramantel und Torakronen geschmückt ist
Rudi Leavor mit Tora-Rolle aus Familienbesitz, 2007
© Rudi Leavor, Foto: David David

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