Handarbeit für unseren Kunstautomaten

Unser Kunstautomat wird von Jens Eisenberg (Ausstellungstechnikfirma Leitwerk) bestückt.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert
Wer durch unsere Dauerausstellung läuft und eine Etage geschafft hat, der wird unweigerlich auf den ›Kunstautomaten‹ stoßen. Leise scheint der Automat ihm zweisprachig zuzuflüstern: »Kauf mich, buy me«. Diese Aufschriften blinken bunt aus den Fächern des Automaten, mehr ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Neugierig geworden, tritt man näher und liest die Beschriftungen: »Kunst / Art« steht in großen Lettern auf dem Automaten und an seinen Seitenflächen findet sich: »60 x Kunst von jüdischen Künstlern in Berlin«. Jetzt wird der Blick auf die Münzschlitze gelenkt, in die man vier Euro einwerfen soll.
Mit dem passenden Kleingeld in der Tasche und etwas Wagemut kann nun das Experiment starten. Die Münzen fallen klackernd in den Schacht, dann muss man kräftig an der Klappe ziehen, das Fach öffnet sich und gibt das geheimnisvoll Verpackte frei. Da die Rückseite durchsichtig gestaltet ist, erfasst man das soeben Gekaufte auf den ersten Blick und schließt es spontan ins Herz oder ist befremdet. Die bunte Verpackung lässt sich leicht entfernen und alles nun ganz genau erforschen. In der durchsichtigen Tüte findet man nicht nur das Unikat, das man soeben erworben hat, sondern auch noch einen pinkfarbenen Zettel mit Geschichten und Informationen über das Kunstwerk und den Künstler oder die Künstlerin. Alle Arbeiten des Kunstautomaten stammen von jüdischen Künstlerinnen und Künstlern, die derzeit in Berlin leben und arbeiten.
Jeden Tag prüfen unsere Ausstellungstechniker von der externen Firma Leitwerk, ob der Automat noch gut funktioniert, ziehen bei Bedarf die eine oder andere Schraube nach und bestücken die Fächer mit Kunstwerken.

Eine Tür ist geöffnet und nach links umgeschlagen, der Mechanismus für den Münzeinwurf und die Fachverriegelung ist zu sehen. Ein Kunstwerk wird nachgelegt. © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert
Die Kunstwerke werden aber nicht schon in der bunten Verpackung angeliefert, sondern kommen in großen und kleinen Kisten in unser Haus.

Blick in eine Kiste mit Kunstwerken von Deborah Wargon
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert
Die Kunstwerke werden dann zusammen mit den pinkfarbenen Informationszetteln verpackt, die vorher auch noch klein zusammengefalzt werden müssen.

Die Künstlerin Claudia Rannow packt für uns die Kunstwerke ein.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert
Das Handwerkszeug: schwarzes Heftgerät (umgangssprachlich ›Tacker‹), daneben ein (weißes) Falzbein zum exakten Falzen der Kanten und Heftklammern für den ›Tacker‹ in einer kleinen Schachtel.

Zum Schluss werden Verpackung und die durchsichtige Tüte ›getackert‹.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert
Diese Kunstwerke finden sich ab August 2014 in unserem Automaten, natürlich sind alle schön geheimnisvoll verpackt. Von sieben Künstlerinnen und Künstlern wird es insgesamt 1400 Werke geben. Lassen Sie sich überraschen!
Gelia Eisert, Dauerausstellung
PS: Blog-Artikel über die Künstlerinnen und Künstler, die bisher Werke für den Kunstautomaten geschaffen haben, finden Sie hier.